Der Gendarmenpfad an der Flensburger Förde

Küstennah auf Freizeit-„Patrouille“

Wo einst Tag und Nacht dänische Gendarmen patrouillierten, verläuft heute einer der schönsten Wanderwege der Region: der Gendarmstien (Gendarmenpfad). Die rund 74 Kilometer von Padborg bis Høruphav verlaufen größtenteils entlang der Küste. Die Schutzmänner hatten damals potenzielle Schmuggler im Visier. Ohne Dienstauftrag jedoch ist der Kopf frei für die fantastischen Ausblicke auf die Flensburger Förde. An die historische Bedeutung erinnert die Beschilderung, die einen blauen Schutzmann mit Mütze und Uniform zeigt.

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Die gesamte Strecke ist in vier Tages-Etappen unterteilt:

Die Berg-Etappe von Padborg nach Sønderhav erfordert ein bisschen Kondition, denn sie führt u. a. durch den Wald von Kollund, der „Flachländern“ ein paar schweißtreibende Höhenmeter bietet. Auf dem Weg liegt auch das malerische Tunneltal. Wer bereit ist, die Strecke kurz zu verlassen, sollte einen Abstecher nach Kupfermühle einplanen. Etappenlänge: ca. 15 km

Der Name der Ziegel-Etappe von Sønderhav nach Brunsnæs erinnert an die zahlreichen Ziegelbrennereien, die einst die Küstenlinie der Flensburger Förde säumten. Wer mehr über diesen Teil der regionalen Industriegeschichte erfahren möchte, sollte das Ziegeleimuseum Cathrinesminde besuchen. Es liegt direkt auf dem Weg. Zu den beliebten Fotomotiven auf der Strecke zählen zudem drei kleine Leuchttürme. Etappenlänge: ca. 20 km

 

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Die Kragesand-Etappe führt von Brunsnæs nach Gammelmark. Sie verläuft größtenteils am Strand und über Trampelpfade und lädt zu ausgiebigen Naturerkundungen ein. So sind die Strände u. a. Revier für Kormorane und Seeadler. Östlich von Kragesand steht zudem ein besonderes Bauwerk der Natur: der „Liebestunnel“ aus Bäumen. Etappenlänge: ca. 20 km

Die Strand-Etappe von Gammelmark nach Høruphav beginnt am Strand, könnte jedoch auch Stadt-Etappe heißen. Denn sie bietet zahlreiche lohnenswerte Ausblicke auf Sønderborg und aus der Stadt über die Förde. Als kleiner Abstecher von der Strecke lohnt sich ein Besuch im Historiecenter Dybbøl Banke und der Dybbøl Mølle. Etappenlänge: ca. 19 km

Eine fünfte Etappe, die jedoch nicht mehr als „Europäischer Qualitätswanderweg“ zertifiziert ist, führt von Høruphav nach Skovby.

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Ein lebendes & leckeres Museum

Wer nicht gleich mehrere Tage für die ganze Tour einplanen möchte, kann Teilstrecken auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen. So sind zum Beispiel Kollund und Sønderborg mit Buslinien angebunden. Einige Streckenabschnitte lassen sich zudem auch gut mit dem Rad erwandern. Wer hingegen von seinen Grenzerkundungen zu Fuß oder mit dem Rad gar nicht genug bekommen kann, sollte auch den Fördesteig in den Blick nehmen. Der 95 Kilometer lange Küstenwanderweg reicht von der dänischen Grenze bis an die Schlei und ist die Fortführung des Gendarmpfads auf deutscher Seite.


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